ARGE oekosozialmarkt

Vorwort. Die Notwendigkeit der Utopie ist klar: Ohne Freiheit und Freiheiten würde nichts möglich sein als die Wiederholung des Status quo, und der wiederholte Status quo fiele automatisch unter sein eigenes Niveau. Das heißt: Ohne innovatives Potenzial verliert ein gegebener Zustand (in unserer Art von Gesellschaft) den guten Grund seines Fortbestands. Franz Schuh


Wir empfehlen uns für den gemeinsamen Markt, ...

... weil wir regionale Produktion und fairen Handel fördern. Wir bieten damit auch mehr Vielfalt für die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen unserer Gäste, Kundinnen und Klienten.

Wir sind eine wachsende Zahl von Kleinen bis Mittleren (Einzel- und Familien-)Unternehmen mit einer qualitativ hochwertigen Fülle an Produkten für Konsumierende, die wissen, wofür sie sich entscheiden. Wir leben die Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden durch das tägliche Gespräch mit ihnen und erfahren damit schneller als jede Marketingabteilung was zählt. Bei der Herstellung unserer Produkte und beim überwiegend regionalen Vertrieb derselben waren uns Umwelt, Kultur und soziale Aspekte immer schon richtungsweisende Ratgeber. Auch deshalb, weil wir unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Verständnis selbst so leben.

Durch konsequente Vermeidung von Streuverlusten können wir einen guten Teil unserer sonst üblichen Werbe- und Marketingkosten einschließlich Mengenrabatte als (Treue-)Bonus an die Dachorganisation oekosozialmarkt weiter reichen. 90 % davon werden gerecht geteilt (siehe Darstellung):

  • die eine Hälfte erhalten oekosoziale Organisationen als unsere begünstigten Social Profit Enterprises (SPEs)
  • die zweite Hälfte geht zurück an unsere Kundinnen und Kunden in Form von Rabatten. Diese stehen ab dem Geburtstag, frühestens im übernächsten Monat nach Verrechnung für Webeinkäufe frei zur Verfügung.
  • Die verbleibenden 10 % der Bonusleistungen von den Unternehmen werden als Strukturbeitrag einbehalten und dienen der langfristigen Absicherung von Unabhängigkeit gegenüber einzelnen, vorwiegend wirtschaftlichen Interessen.

Ohne Werbebudget ist der Erfolg einer Wirtschaftsgemeinschaft mit regionalen Unternehmen allerdings sehr von den eigenen Empfehlungen abhängig. Dabei erlauben es die Statuten (§2 Abs. 6) des Vereins ARGE oekosozialmarkt nicht, dafür materielle Anreize zu bieten. Es gibt nur die Empfehlungsebene über den gemeinsamen Markt!

Exkurs. Zur Erläuterung: je nach Marktsituation oder Philosophie bezeichnen Unternehmen ihre Beiträge unterschiedlich; wir verwenden dafür das Wort "Bonus" als gemeinsamen Sammelbegriff. Es ist somit unerheblich, ob wir wie oben von Werbe- und Marketingkosten sprechen oder von Handelsspannen bzw. Vermittlungsprovisionen - vgl. das Beispiel von Ecosia. "Bonus" ist vor allem auch als TREUE-Bonus zu verstehen, in dem Sinne, als sich die Wirtschaftsgemeinschaft oekosozialmarkt darum bemüht, die Loyalität der Kundinnen, Gäste oder Klienten unserer Mitgliedsunternehmen zu optimieren. Wie bekannt sind Investitionen in die sogenannte Kundenbindung mitunter wesentlich günstiger als die Akquise von Neukunden. Über die Vorteile von Kundenloyalität informiert management-praxis.de.

Resumée. Dank der Vorteile für Unternehmen beschenken = bereichern wir uns durch die Umwandlung von Kosten in oekosoziale und individuelle Erträge als Beitrag für die aktive Gestaltung einer nachhaltigen und lebendigen Wirtschaftsgemeinschaft mit Zukunft.

Wenn Sie so wollen, können wir das vorliegende Wirtschaftsmodell eines oekosozialen Marktes aus der Sicht der Konsumierenden auch mit diesen Worten charakterisieren:

>>> regional einkaufen, gratis spenden & sparen.



Zwischenwort 1. Eine verstärkte Nachfrage nach heimischen Agrarprodukten wirke sich aber nicht nur auf die Beschäftigung positiv aus, so die Studie. „Die bewusste Entscheidung für im Inland produzierte Lebensmittel führt auch zu einer stärkeren Vertrauensbindung der Konsumenten an heimische Produkte. Diese Bindung ist gerade in der jetzigen Rezession ein stabilisierender Faktor für den Inlandsmarkt,“ ergänzte Schneider.
aus: Bericht über eine von der Österreichischen Hagelversicherung in Auftrag gegebene Klimastudie an der Johannes Kepler Universität Linz



Mittendrin: Ein kurzer Blick auf unser Marktmodell

Ergänzend zu fairem Handel, gemeinschaftsfördernden Mikrokreditinstitutionen, Regionalwährungsinitiativen oder auch genossenschaftlich/basisdemokratisch organisierten Wirtschafts- und Kulturgemeinschaften versucht die ARGE oekosozialmarkt eine weitere Lücke im kapitalistischen Wirtschaftssystem zu schließen, um gemeinsam strukturelle Verbesserungen lebendig werden zu lassen. Vollkommen FREI von herkömmlichen Return on Investment-Verpflichtungen! Derlei Überlegungen führten ja bereits in den 1950er Jahren zur erfolgreichen Gründung der mittlerweile international tätigen Mondragón Corporación Cooperativa im Baskenland - Literaturempfehlung: Fundort Mondragon von Hans Nerge. Ähnlich ist der wirtschaftliche Erfolg der WIR Bank zu werten. Beiden Beispielen allerdings fehlt der grundsätzliche Aspekt der Nachhaltigkeit und des allgemeinen (offenen) Ansatzes einer assoziativen Wirtschaftsdemokratie mit integrierter und Subsidiarität fördernder Gewaltenteilung. Diesbezüglich ist das vorliegende Konzept einer oekosozialen Marktgemeinschaft in etwa vergleichbar mit der einst wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch erfolgreichen Hanse. Ein Unterschied zu damals liegt in der verordneten qualitativen Selbstbegrenzung durch die Teilnahmekriterien für die Mitgliedsunternehmen, wodurch die Gemeinschaft mit der Nutzung der bereitgestellten, gemeinnützigen (siehe VereinsR 2001, Rz 79a) Infrastruktur aus sich heraus den Gemeinwohl generierenden Effekt eines friedensfördernden Ausgleichs bei der Verteilung von Wertschöpfungsgewinnen lebendig werden lässt.

Charity allein kann die Lösung nicht sein

Ist der kooperative Geist für den Aufbau eines nachhaltigen Wirtschaftssystems erst einmal vorhanden, der erforderlich ist, um "sich mit den zwei Prozent Zuwachs zu bescheiden, die gut funktionierende Marktwirtschaften pro Jahr hervorbringen können" (Heiner Flassbeck), so ist der breitenwirksame wirtschaftliche Erfolg als Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen bereits im Vorhinein - quasi amtlicherseits bestätigt - zu erwarten: Dies geht aus der im Mai 2009 veröffentlichten Studie "Durch Subsidiarität zum Erfolg" im Auftrag der Versammlung der Regionen Europas (VRE) hervor. In der Zusammenfassung heißt es auf Seite 9: Je höher die Dezentralisierung, desto höher das BIP-Wachstum. VRE-Präsidentin Michèle Sabban weist darauf hin, "dass Wirtschaftspolitik auf regionaler Ebene am wirksamsten ist, da sie auf die Bedürfnisse vor Ort eingehen kann und dadurch am besten innovative Potenziale ausfindig machen kann" (Die Presse, 19. 11. 2011, S 34 f). Und wie wir wissen, muss qualitatives Wachstum dank nachhaltiger Innovationen (Beispiel aus dem Energiesektor: Windstrom-Gasnetz-Kopplung) nicht mit einem Mehrverbrauch von Ressourcen oder der Verschmutzung natürlicher Lebensräume einhergehen.

Dem friedensfördernden Ausgleich verpflichtet führen wir die bloß formale Freiheit ein, transparent und solidarisch im Rahmen einer demokratischen Institution.


Zwischenwort 2. Letztlich zahlen es immer die ganz durchschnittlichen normalen Bürger, der sogenannte Kleine Mann oder die Kleine Frau, die für sich als Einzelne auf diesen Prozess keinerlei Einfluss haben, es sei denn, sie organisieren sich und finden eine organisierte Vertretung ihrer Interessen, die mächtig genug ist, diesem Prozess entgegen zu treten.
Hermann Scheer in seinem Statement auf dem Dach des Deutschen Bundestages am Schluss des Films "Let´s make money" von Erwin Wagenhofer.



Fragen & Antworten


Wer darf welche Vorteile erwarten?

Welche ökologischen und sozialen Aspekte sprechen für eine Förderung regionaler Wirtschaftsaktivitäten?

Wie kann ich teilnehmen?

Welche Angebote gibt es für Unternehmen?

Wie gebe ich die Daten aus den Direkt-Verkäufen ins System ein?

Wie können Unternehmen Mitgliedskarten bestellen?

Wozu benötige ich schon wieder eine Clubkarte?

Wo erhalte ich eine (neue) Mitgliedskarte?

Wie halten wir es selbst mit der Nachhaltigkeit?

Wer hat uns bisher wie unterstützt?

Gibt es noch weiterführende Informationen?

Ja. Details zum Experiment (vgl. MCC) können Sie auch im ausführlicheren, allerdings nicht mehr aktuellen Projektplan aus dem Jahr 2010 nachlesen.

Werden Rabatte eingelöst, die durch eine unternehmerische Leistung entstanden sind, so sind diese in Österreich steuerrechtlich wirksam: Haunschmidt & Partner informieren zuletzt im Juli 2010 darüber.


Zwischenwort 3: Zur WiG (Wirtschaft in Gemeinschaft, Anm.) würde ich sagen: Sorgt euch darum, dass die zwei Pferde mit dem gleichen Tempo nebeneinander laufen. Das erste der zwei Pferde steht in ökonomischen Begriffen für die Effizienz, die Kapazität auf dem Markt ohne Unterstützungen zu bestehen. Das andere Pferd hingegen symbolisiert die Geschwisterlichkeit. Also die Umsetzung des Prinzips der Gegenseitigkeit in das wirtschaftliche Handeln.
Stefano Zamagni, im Interview Prophetische Minderheit (23.3.2012, 18:05 MEZ)



Downloads & mehr


Kooperationen

Mitgliedsunternehmen, die sinnvollerweise für den gemeinsamen Markt Werbung machen möchten sind eingeladen, das Logo oekosozialmarkt Unternehmen (kleinere Version mit 200 Pixel Breite) auf ihrer Homepage zu platzieren. Anlässlich der Gestaltung ihres neuen Briefpapiers kann es ebenfalls sinnvolle Verwendung finden.

Über die Kooperationen der ARGE oekosozialmarkt informiert der entsprechende Forumbeitrag .


Kommentierte Linkhinweise


Mitteilungen des Vereins: Informationen zu vereinsinternen Veranstaltungen finden Sie hier



Schlusswort. Die Forderung nach weltweiter Regionalisierung geht davon aus, dass die Wirtschaft den Menschen zu dienen hat und dass sie nicht die Menschen den unabänderlichen vermeintlichen Gesetzen des Marktes ausliefert. Die Regionalisierung beseitigt den politisch erzeugten Sachzwang des globalen Standortwettbewerbs und schafft damit die Voraussetzung, um das Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft wiederzugewinnen. (S 135)
Grundlegende Forderung der Regionalisierung ist die Umsetzung des Prinzips der Subsidiarität. So viel Entscheidungskompetenz wie möglich soll auf möglichst niedrigen Entscheidungsebenen angesiedelt sein - auch im Hinblick auf die Wirtschaft. (S 136)

Hans-Joachim Schemel, Alternative zur neoliberalen Globalisierung, in: Anders arbeiten, München: oekom, 2011


Impressum

ARGE oekosozialmarkt, Liebenauer Hauptstraße 95d, A-8041 Graz - ZVR-Zahl: 849698579 - UID: ATU66938558 - Statuten - Kontaktperson: Arno Niesner - E: niesner@oekosozialmarkt.com - T: +43 (0)699 105 90 966 - skype: arno.niesner - F: +43 (0)316 2311 2327 13
Bankverbindung: GLS Bank - BIC: GENODEM1GLS - IBAN: DE23 4306 0967 4037 8745 00

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